Wechseljahre: Die Blutungen geraten aus dem Takt

Keine Panik, wenn die Regel zur Ausnahme wird

In der fruchtbaren Phase dreht sich im Leben einer Frau vieles um den Zyklus. Doch auch in den Wechseljahren sind die monatlichen Blutungen ein Thema. Nichts zeigt deutlicher, dass ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

  • Frau sitzt auf Bettkante, hält sich den Bauch

Unregelmäßige Blutungen: Was ist noch normal?

Viele Frauen rechnen damit, dass sich ihre monatlichen Blutungen mit den Wechseljahren verändern. Doch was ist die Norm? Der Monatszyklus in Zahlen:

  • Im Normalfall dauert die Menstruation 3 bis 5 Tage. Alles, was über eine Woche andauert, gilt als lang. In den Wechseljahren können Blutungen von zehn Tagen auftreten.
  • Ein Indikator für die Intensität der Blutung ist der Binden- oder Tamponverbrauch: Wer mehr als 5 Vorlagen oder Tampons pro Tag verbraucht, hat eine starke Monatsblutung.
  • Bei normalen Blutungen vor den Wechseljahren ist der Zyklus zwischen 24 und 35 Tagen
  • In den Wechseljahren können die Blutungen wochenlang ausbleiben. Aber auch Zwischenblutungen und Schmierblutungen treten auf.

Die monatlichen Blutungen verändern sich mit den Phasen der Wechseljahre:

  • Phase 1: Prämenopause

    Die Prämenopause ist die Anfangsphase der Wechseljahre. Etwa ab vierzig stellen die Eierstöcke allmählich ihre Arbeit ein und drosseln die Hormonproduktion. Die Anzahl der Zyklen, in denen ein Eisprung stattfindet, nimmt ab. Bleibt der Eisprung aus, entsteht kein Gelbkörper. Da dieser für die Produktion von Progesteron zuständig ist, kommt es zu einem Mangel. Vor allem das abnehmende Gelbkörperhormon. Progesteron macht sich bemerkbar: Blutungen zu Beginn der Wechseljahre sind unregelmäßiger, oft länger und heftiger. Es kommt dementsprechend zu Blutungsstörungen. Das Östrogen-Progesteron Ungleichgewicht führt zusätzlich zu PMS-Symptomen: Vor der Menstruation treten häufiger Beschwerden wie ein starkes Spannungsgefühl in der Brust oder Kopfschmerzen auf.

  • Phase 2: Perimenopause

    Die Perimenopause ist die Zeit des eigentlichen Wechsels. Sie beginnt etwa drei Jahre vor der letzten Monatsblutung, auch Menopause genannt, und endet ein Jahr danach. Der Vorrat an befruchtungsfähigen Eizellen ist fast erschöpft. Die Hormonproduktion sinkt kontinuierlich. In diesem Abschnitt der Wechseljahre verlaufen die monatlichen Blutungen nicht mehr im gewohnten Rhythmus. Sie treten seltener, stärker oder schwächer auf, bis sie irgendwann ganz ausbleiben. Zusätzlichen kann es durch den Hormonmangel zu Wechseljahresbeschwerden kommen.

  • Phase 3: Postmenopause

    In dieser Phase der Wechseljahre gehören die monatlichen Blutungen der Vergangenheit an. Die Zeit der Umstellung ist jedoch noch nicht beendet: Nach der Menopause braucht der Körper noch einige Jahre, um sich auf den dauerhaft niedrigen Hormonspiegel einzustellen. Zusätzlich zu den bisherigen Wechseljahresbeschwerden bemerken viele Frauen neue Veränderungen wie Scheidentrockenheit oder Haarverlust. Es besteht ein erhöhtes Osteoporoserisiko.

Warum mit starken Blutungen zum Arzt?

3 Gründe:

  1. Eisenwerte kontrollieren

    Starke Blutungen während der Wechseljahre können die Eisenvorräte im Körper erschöpfen und zur Blutarmut, auch Anämie genannt, führen. Wenn Sie sich oft müde, leistungsschwach und unkonzentriert fühlen, lassen Sie bei Ihrem Arzt Ihre Eisenwerte kontrollieren. In jedem Fall empfehlenswert: Setzen Sie rotes Fleisch, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte auf den Speiseplan. Auch die Pflanzenarznei Kräuterblut mit zugesetztem Eisen kann helfen, die Eisenwerte zu verbessern.

  2. Polypen abklären

    Bei Frauen ab vierzig kommt es hormonell bedingt häufiger zu kleinen Wucherungen in der Gebärmutterschleimhaut. Diese sogenannten Polypen können zu Beginn der Wechseljahre starke Blutungen auslösen. Polypen sind in der Regel gutartig, sollten aber abgeklärt werden. Bei zunehmenden Beschwerden können Medikamente oder eine Ausschabung der Gebärmutter nötig sein.

  3. Myome überwachen

    Vielleicht hat Ihr Frauenarzt bei Ihnen ein Myom diagnostiziert. Damit gehören Sie zu knapp 40% aller Frauen über vierzig. Die gutartigen Muskelwucherungen in der Gebärmutter reagieren auf hormonelle Veränderungen. Sie können zu Beginn der Wechseljahre wachsen und verstärkte Blutungen verursachen. Meistens genügt es, die Myome regelmäßig zu kontrollieren. Treten jedoch weitere Beschwerden auf, kann eine medikamentöse Behandlung oder eine operative Therapie sinnvoll sein.

Expertenstatement der Woche
Gynolog Expertenteam

„Bei unregelmäßigen Blutungen in den Wechseljahren kann ein Periodenkalender Ihren Arzt bei der Diagnose unterstützen.“

Was tun bei unregelmäßigen Blutungen? 3 Tipps

  1. Im Rhythmus bleiben

    Nachtschichten, Zeitumstellungen und Jet Lag – all das bedeutet körperlichen Stress und kann zusätzlich zu unregelmäßigen Blutungen in den Wechseljahren beitragen. Versuchen Sie daher auf einen ausgeglichenen Lebensstil zu achten. Dazu kann auch ein spezifischer Tagesrhythmus gehören.

  2. Regelmäßige Entspannungsübungen

    Bestimmte Entspannungsmethoden, wie beispielsweise Yoga, wirken nicht nur gegen Stress, sondern können den Hormonhaushalt auch positiv beeinflussen. Wichtig ist, dass Sie dranbleiben und regelmäßig durch entsprechende Übungen zur Ruhe kommen.

  3. Zum Arzt gehen

    Sprechen Sie bei neu aufgetretenen Zyklusstörungen oder Unsicherheiten mit Ihrem Arzt darüber, um mögliche Ursachen wie Myome, Entzündungen oder Stoffwechselerkrankungen auszuschließen. Bei hormonell bedingten Blutungen in den Wechseljahren kann eine Hormonersatztherapie sinnvoll sein.

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80 ml Blutverlust pro Zyklus gelten bei Blutungen in den Wechseljahren noch als normal.