Wechseljahre: Den Gelenkschmerzen contra geben

Voller Bewegungsfreude in die zweite Lebenshälfte

Das Knie schmerzt, die Hüfte ist steif. Vieles geht nicht mehr so leicht von der Hand: Gelenkschmerzen kommen in den Wechseljahren häufig über Nacht. Zum Glück gibt es effektive Therapien, damit sie bald vergehen.

  • Hand fasst an den Fuß

Gelenkschmerzen: Über Nacht um Jahre gealtert

Sie sind Mitte vierzig – und plötzlich machen sich die Gelenke bemerkbar? Damit sind Sie nicht allein. Jede zweite Frau in den Wechseljahren leidet unter Muskel- und Gelenkschmerzen. Doch kaum eine denkt dabei an klassische Wechseljahresbeschwerden.

Gelenkschmerzen äußern sich auf vielfältige Weise: Ganz oben auf der Beschwerdeliste stehen Probleme mit den Knien und mit den kleinen Wirbelgelenken des Rückens. Auch die Feinmotorik kann eingeschränkt sein.

Oft ist nicht nur eine Körperpartie betroffen – der Schmerz bewegt sich von Gelenk zu Gelenk. Manchmal schmerzen auch Gelenkknorpel, Bänder oder Muskeln, die die Gelenke stützen. Viele Frauen kennen die typische Morgensteifigkeit, die sich erst legt, wenn sie buchstäblich „in die Gänge“ kommen. Bei diesen Gelenkschmerzen kann der in den Wechseljahren auftretende Östrogenmangel eine Rolle spielen. Dank moderner Therapien ist er heute gut behandelbar.

Östrogenmangel fördert Gelenkschmerzen in den Wechseljahren – 3 Fakten:

  1. Mehr Entzündungen

    Östrogene sind an der Immunabwehr in den Gelenken beteiligt. Ein Östrogenmangel in den Wechseljahren kann die Entstehung von Entzündungen begünstigen und so zu Gelenkschmerzen führen.

  2. Weniger Elastizität

    Östrogene sorgen dafür, dass Bindegewebe und Knorpel der Gelenke ausreichend mit Gelenkflüssigkeit versorgt werden. Fehlen Östrogene, wird beides härter und weniger elastisch. Die spürbaren Folgen sind steife Gelenke und Schmerzen.

  3. Stärkere Schmerzwahrnehmung

    Östrogene scheinen die Schmerzverarbeitung im Nervensystem zu beeinflussen. Wissenschaftler vermuten, dass bei Östrogenmangel in den Wechseljahren Schmerzen stärker wahrgenommen werden.

Fehlende Hormone ersetzen – Schmerzen lindern

Gelenkbeschwerden können vieles im Alltag mühevoller machen, sodass es sinnvoll ist, einen Arzt zurate zu ziehen. Ist Östrogenmangel in den Wechseljahren der Auslöser für Ihre Gelenkschmerzen, kann eine moderne Hormonersatztherapie die fehlenden Östrogene ausgleichen. Die Therapie wird beispielsweise in Tablettenform, als Pflaster oder Gel angeboten. Viele Frauen favorisieren die Anwendung als Gel. Der Vorteil: Die Hormone gelangen über die Haut ins Blut, ohne einen Umweg über die Leber zu machen. Außerdem lässt sich ein Östrogen-Gel individueller dosieren als beispielsweise ein Östrogen-Pflaster.

Um Gelenkschmerzen in den Wechseljahren gezielt zu behandeln, müssen die Ursachen bekannt sein. Neben Östrogenmangel können altersbedingte Verschleißerscheinungen, aber auch Entzündungen oder Erkrankungen wie Gicht und Rheuma dahinterstecken.

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Doppelt so viele Frauen leiden in den Wechseljahren an Muskel- und Gelenkschmerzen als vor der Menopause.

Schritt für Schritt gelenkfreundlicher leben in den Wechseljahren

  • Step 1: Stellen Sie Ihre Ernährung um!

    Halten Sie Ihr Idealgewicht – oder streben Sie es an. Denn überflüssige Pfunde belasten Ihre Gelenke. Auch eine ausgewogene und kalziumreiche Ernährung kann sich positiv auf auf Knochen und Gelenke auswirken. Hilfreich sind basische Lebensmittel wie frisches Obst, Gemüse und Kräuter. Wer langfristig auf eine basenreiche Ernährung setzt, kann eine höhere Knochendichte verzeichnen.

  • Step 2: Bleiben Sie in Bewegung!

    Wer rastet, der rostet. Wer sich bewegt, sorgt dafür, dass Knorpel massiert und Gelenke geschmiert werden. Stretching, Yogaübungen, aber auch sanfte Sportarten wie Schwimmen, Aqua-Jogging, Radfahren und Tanzen sind ideal für Frauen in den Wechseljahren, um Gelenkschmerzen entgegenzuwirken.

  • Step 3: Betten Sie sich richtig!

    Wer gut schläft, kommt morgens schmerzfreier aus dem Bett. Eine gute Matratze erlaubt Schulterpartie, Becken und Hüfte etwas einzusinken, während sie die Wirbelsäule unterstützt. Um sie zu finden, brauchen Sie Informationen, einen geschulten Berater – und viel Zeit zum Probeliegen.

  • Step 4: Wärmen Sie sich auf!

    Wohltuende Wärme bringt auf natürliche Weise Linderung bei Gelenkschmerzen in den Wechseljahren. Gönnen Sie sich Fangopackungen, Moorbäder oder Saunabesuche. Auch Massagen, spezielle Öle und wärmende Salben, beispielsweise mit Rosmarinextrakt, können die Durchblutung ankurbeln.