Wechseljahresbeschwerden: Das Regiment der Hormone

Wie Östrogenmangel jetzt Ihr Leben bestimmt

Hitzewallungen, Schlafstörungen und vieles mehr. So viele Beschwerden, denken Sie – und doch keine Krankheit? Stimmt: Die typischen Wechseljahresbeschwerden sind heute gut zu managen.

  • Frau sitzt auf einem Sofa, Kopf in die Hand gestützt

Jede Frau erlebt ihre eigenen Wechseljahre

Aktuell sind zehn Millionen Frauen in Deutschland in den Wechseljahren. Spurlos geht diese Zeit an keiner von ihnen vorüber. Doch nicht alle bekommen die gefürchteten Wechseljahres-beschwerden gleichermaßen zu spüren. Jede Frau bringt ihre eigenen Voraussetzungen dafür mit, wie sich die Zeit des Wechsels auf ihre Gesundheit und ihr Leben auswirkt. Ihr Alter, ihr Lebensstil und ihre Krankengeschichte sind entscheidend, ebenso spielen Stressfaktoren, familiäre Veranlagung und – ganz besonders wichtig – die allgemeine Lebenseinstellung eine Rolle.

Welche Ursache haben Wechseljahresbeschwerden?

Für die Vielzahl von Wechseljahresbeschwerden gibt es im Wesentlichen eine Erklärung: Hormonmangel. Ab Mitte vierzig drosseln die Eierstöcke allmählich die Produktion der weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron. Das führt zu spürbaren Veränderungen – auch im täglichen Leben. Die winzigen Botenstoffe managen nämlich nicht nur Zyklus und fruchtbare Tage, sondern bestimmen auch, ob Sie gut schlafen, wie es um Ihre Laune bestellt ist und um Ihr Sexualleben.

Wechseljahresbeschwerden im Überblick

Erfahren Sie, welche Symptome in den Wechseljahren auftreten können, um mögliche Beschwerden richtig einzuschätzen:

  1. Zyklus und Schwangerschaft

    Mit Beginn der Wechseljahre verändern sich die monatlichen Blutungen. Meist werden sie stärker, die Abstände unregelmäßiger. Auch Zwischenblutungen gehören zu den typischen Wechseljahresbeschwerden. Viele Frauen leiden jetzt verstärkt unter dem Prämenstruellen Syndrom oder kurz PMS. Das bedeutet, dass in den Tagen vor der Menstruation charakteristische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Brustspannen oder ein unangenehmes Gefühl von Wassereinlagerungen auftreten.

  2. Schwitzen und Frieren

    Hitzewallungen machen die Wechseljahre für 70% aller vom Klimakriterium betroffenen Frauen zur Tortur. Wie eine Welle breitet sich ein starkes Hitzegefühl über Brust, Hals und Gesicht aus. Oft folgen heftige Schweißausbrüche und dann ein Fröstelgefühl. Die Attacken dauern oft nur wenige Sekunden, können aber mehr als zehn Mal am Tag auftreten. Hitzewellen gehören zu den Wechseljahresbeschwerden, die mit einer Hormonersatztherapie, zum Beispiel mit einem Östrogen-Gel, spürbar gelindert werden können.

  3. Stimmung und Schlaf

    Die Wechseljahre schlagen Ihnen aufs Gemüt? Damit sind Sie nicht allein: Rund 90% der von den Wechseljahren betroffenen Frauen leiden unter Reizbarkeit und Nervosität. 80% fühlen sich schneller erschöpft. 70% neigen zu depressiven Verstimmungen.

  4. Partnerschaft und Sex

    Zu den besonders unangenehmen Wechseljahresbeschwerden zählen Veränderungen im Intimbereich. Die Schleimhaut der Scheide wird dünner, empfindlicher und trockener, wenn Östrogene fehlen. Die Folgen: störender Juckreiz, Brennen und Schmerzen beim Sex. Langfristig kann die Behandlung mit einer lokal wirksamen Hormoncreme helfen, die die Ursache behebt. Als Erste-Hilfe-Maßnahme fragen Sie in Ihrer Apotheke nach einem hormonfreien Befeuchtungsgel, z.B. von KadeFungin.

  5. Figur und Gewicht

    Viele Frauen kämpfen während der Wechseljahre gegen eine stetige Gewichtszunahme. Das Wechselspiel der Hormone verändert die Verteilung des Körperfetts – und damit die Figur: Der Bauch wird zur besonderen Problemzone und ist medizinisch nicht ungefährlich, denn Bauchfett kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen.

  6. Kraft und Beweglichkeit

    Sie fühlen sich durch Muskel- oder Gelenkschmerzen während der Wechseljahre beeinträchtigt? Ihr Arzt kann feststellen, ob ein Östrogenmangel vorliegt und Ihnen gegebenenfalls eine Hormonersatztherapie gegen Ihre Wechseljahresbeschwerden vorschlagen. Langfristig kann Östrogenmangel auch die Knochensubstanz schwächen. Die von vielen Frauen gefürchtete Osteoporose gilt als Spätfolge der Wechseljahre. Gut zu wissen: Hier können Sie mit einer kalziumreichen Ernährung und Bewegung gegensteuern. Besonders wirkungsvoll sind Übungen zum Muskelaufbau und Gleichgewichtsübungen.

Aktiv gegen Wechseljahresbeschwerden: 5 Tipps

Wechseljahresbeschwerden sind ein guter Anlass, seinen Lebensstil zu ändern. Was Sie tun können, um Ihren Körper jetzt zu unterstützen:

  1. Treiben Sie Sport! Das baut Fettpölsterchen und Stress ab und hebt die Stimmung.

  2. Bleiben Sie entspannt! Yoga, Tai-Chi oder Autogenes Training unterstützen Sie bei Schlafstörungen und Nervosität.

  3. Essen Sie das Richtige! Wer sein Normalgewicht hält, ist gegen Hitzewallungen besser gefeit.

  4. Verzichten Sie bewusst! Zigaretten, Alkohol, Tee und Kaffee können Hitzewallungen begünstigen.

  5. Denken Sie positiv! In jedem Wechsel steckt die Chance, Neues zu entdecken.