Wechseljahre verstehen – gelassener leben

Mehr darüber wissen, besser damit leben

Das Thema Wechseljahre wirft bei Ihnen Fragen auf? Hier werden Sie Antworten und Wege entdecken, um dieser neuen, spannenden Lebensphase mit Gelassenheit zu begegnen.

Wechseljahre: Hormone befinden sich im Sinkflug

Vermutlich fühlen Sie sich wie die Mehrzahl der Frauen zwischen 40 und 50: jung geblieben, aktiv und voller Pläne. Und doch hören Sie Ihre biologische Uhr ticken. Sie sind in den Wechseljahren. Medizinisch betrachtet, ist dies der Übergang von der fruchtbaren zur unfruchtbaren Phase im Leben einer Frau. Sie wird auch als Klimakterium bezeichnet.

Ab wann die Wechseljahre einsetzen, ist individuell unterschiedlich und geschieht oft unbemerkt. Viele Frauen erstaunt es, zu hören, dass sie schon mittendrin sind, wenn sie doch gerade die ersten Veränderungen festgestellt haben. Der Grund: Der Hormonspiegel fällt nicht von heute auf morgen ab, sondern befindet sich in einem kontinuierlichen Sinkflug.

Etwa ab Mitte 40 stellen die Eierstöcke nach und nach die Produktion der Sexualhormone Östrogen und Progesteron ein. Dadurch verändert sich der gewohnte Zyklus. Die monatlichen Blutungen werden zunächst unregelmäßiger, stärker oder schwächer. Wenn die Periode dann ganz ausbleibt, ist dies das deutlichste Zeichen für die Wechseljahre.

Zum Zeitpunkt ihrer letzten Regelblutung, auch Menopause genannt, sind die meisten Frauen zwischen 45 und 55 Jahre alt. Die Wechseljahre sind dann jedoch noch nicht beendet: Ihr Körper braucht noch durchschnittlich zwei bis fünf Jahre, um sich mit dem fallenden Hormonspiegel zu arrangieren.

Wechseljahre werfen viele Fragen auf

Wechseljahre sind Zeiten des Wandels: Vielleicht genießen auch Sie neue Freiheiten? Die Kinder sind aus dem Haus, das bedeutet mehr Zeit für sich, neue Hobbys – und neue Zweisamkeit. Für viele Frauen ist es ein erfreulicher Nebeneffekt, dass sie nun nicht mehr verhüten müssen. Doch die Mehrzahl reagiert auf die Wechseljahre mit Skepsis und Unsicherheit: Was geschieht mit mir? Bekomme ich jetzt Hitzewallungen? Werde ich zunehmen? Verändert sich meine Haut? Mein Haar? Mein Liebesleben?

Das alles kann, muss aber nicht eintreten. Für nur ein Drittel aller Frauen sind die Wechseljahre von stark belastenden Beschwerden überschattet.

Die häufigsten Symptome im Überblick:

 

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Schlafstörungen
  • Unregelmäßige Blutungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Scheidentrockenheit
  • Gewichtszunahme
  • Gelenkschmerzen

So bekommen Sie die Wechseljahre in den Griff

Gut zu wissen, dass es heute vielfältige bewährte Therapieansätze gibt, um Ihre Beschwerden in den Wechseljahren effektiv zu lindern.

  • Hormonersatztherapie

    Wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt, wenn umfassende Wechseljahresbeschwerden Ihre Lebensqualität einschränken. Eine moderne Hormonersatztherapie ist in diesem Fall eine häufig angewandte Maßnahme.

    Ziel ist es, den Hormonmangel gezielt auszugleichen. Dazu kommen unter anderem die natürlichen Hormone Estradiol, auch Östradiol genannt, (ein Östrogen) sowie Progesteron zum Einsatz. Sie werden passend zum Beschwerdebild vom Arzt verordnet. Eine Hormonersatztherapie gibt es als Tabletten, Pflaster oder Gel zum Auftragen auf die Haut. Besondere Vorteile bietet die Anwendung in Form eines Östradiol-Gels: Es ist niedrig zu dosieren und lässt sich individuell anzupassen. Weiterer Pluspunkt: Die Wirkstoffe gelangen bei geringer Dosierung über die Haut direkt ins Blut, ohne die Leber zu passieren.
    Bei hormonell bedingten Beschwerden, die sich lokal auf den Intimbereich beschränken, wie Scheidentrockenheit, Juckreiz, Brennen oder Schmerzen beim Sex, ist eine lokale Behandlung zum Beispiel mit Hormoncreme oder Vaginalzäpfchen ausreichend. Dadurch können die durch einen Östrogenmangel hervorgerufenen Beschwerden gelindert werden.

  • Pflanzliche Arzneimittel

    Sie suchen eine hormonfreie Alternative? Bei leichten Wechseljahresbeschwerden sind pflanzliche Arzneimittel einen Versuch wert. In Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Hopfen und Soja stecken hormonähnliche Wirkstoffe. Den Mangel an Hormonen gleichen diese sogenannten Phytohormone nicht aus. Doch als begleitende Maßnahme können sie helfen, mit den Wechseljahren besser zurechtzukommen. Wie bei allen Medikamenten gilt auch bei pflanzlichen Arzneien: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Aufgrund wirksamer Therapien hat heute jede Frau die Chance, die Wechseljahre als eine positive Zeit der natürlichen Umstellung zu erleben. Bleiben Sie optimistisch in Ihrer Einstellung, sorgen Sie aktiv für eine gesunde Lebensweise – und kosten Sie sie aus.