Verhütung: Worauf Sie sich verlassen können

Die gängigen Methoden im Überblick

Schwanger werden? Bitte nicht jetzt! Heute gibt es vielfältige Möglichkeiten, eine Schwangerschaft zu verhindern, wenn es zum Beispiel nicht der richtige Zeitpunkt für Sie ist. Wie Sie die Verhütungsmethode finden, die genau zu Ihnen und Ihrem Leben passt? Hier lernen Sie wichtige Vor- und Nachteile möglicher Maßnahmen kennen.

  • Frau steht in Unterwäsche vor dem Bett, Mann liegt in Unterwäsche auf dem Bett
  • Ausschnitt eines Pillenplisters

Welche Verhütung ist die richtige für Sie?

Empfängnisverhütung ist Vertrauenssache. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, um herauszufinden, welche Verhütung für Sie die richtige ist. Die gängigen Methoden im Überblick:

  • Natürliche Verhütung
    Mit Kalender, Thermometer oder einem Babycomputer, von manchen auch Zykluscomputer genannt, werden die fruchtbaren Tage berechnet. In diesem Zeitraum wird dann auf Geschlechtsverkehr verzichtet oder zusätzlich mechanisch verhütet. Vorteil: Diese Art der Verhütung greift nicht in den Zyklus ein. Nachteil: Die Methode ist sehr aufwendig. Voraussetzung ist, dass Sie Ihren Körper sehr gut kennen. Dennoch können andere Faktoren die Sicherheit dieser Methode einschränken.
  • Mechanische Verhütung
    Bei der Verhütung mit Diaphragma, Kondom oder einem Femidom werden die Spermien auf ihrem Weg zur Eizelle durch eine Barriere aufgehalten. Vorteil: Diese Methode wird nur angewendet, wenn Bedarf ist. Nachteil: Diese Methode ist anfällig für Anwendungsfehler, aber auch andere Einflussfaktoren, die die Sicherheit beeinträchtigen können.
  • Chemische Verhütung
    Chemische Verhütungsmittel sollen Spermien in ihrer Beweglichkeit und ihrem Vorwärtskommen behindern und sie Abtöten. Vorteil: Gel, Schaum oder Vaginalzäpfchen werden nur direkt vor dem Geschlechtsverkehr benutzt. Nachteil: Sie müssen mit einem Diaphragma zusätzlich abgesichert werden. Doch Vorsicht: Die chemischen Inhaltsstoffe können die Scheidenschleimhaut unangenehm reizen.
  • Hormonelle Verhütung
    Am weitesten verbreitet ist die verschreibungspflichtige Verhütung mit Pille, Verhütungsring und anderen hormonellen Verhütungsmitteln. Sie verhindern die Schwangerschaft durch Hormone. Der entscheidende Vorteil: Hormonelle Verhütungsmittel sind in puncto Sicherheit anderen Methoden überlegen. Nachteil: Sie beeinflussen den natürlichen Hormonhaushalt und können wie jedes Medikament Nebenwirkungen haben. Ihr Arzt kann Sie zu dieser Verhütungsmethode beraten und Ihnen gegebenenfalls ein für Sie passendes Präparat verschreiben.
  • Notfallverhütung In wirklichen Ausnahmefällen, zum Beispiel bei Versagen der angewendeten Verhütungsmethode (Abrutschen des Kondoms, vergessene Pille) gibt es neben den gängigen Verhütungsmitteln beispielsweise die „Pille danach“. Diese Methode sollte nur im Notfall eingesetzt werden und ist kein Ersatz für die regulären Verhütungsmethoden. Vorteil: Sie kann nach dem Geschlechtsverkehr eine unerwünschte Schwangerschaft verhindern, wenn sie zeitnah eingenommen wird. Nachteil: Sie ist keine reguläre Verhütung und ersetzt diese nicht.

Der Pearl-Index zeigt wie sicher eine Verhütung ist

Für welche Verhütung soll ich mich entscheiden? Ein wichtigstes Kriterium bei der Wahl der Verhütung sollte die Sicherheit sein. Wie zuverlässig Pille & Co. schützen, können Sie am sogenannten Pearl-Index ablesen:

Dieser Wert gibt an, wie viele von hundert Frauen innerhalb eines Jahres bei Anwendung einer bestimmten Verhütungsmethode schwanger wurden. Je niedriger die Zahl, desto sicherer die Verhütung.

Das populäre Kondom beispielsweise bringt es auf einen Pearl-Index von 2 bis 12. Das heißt, bis zu zwölf Frauen werden trotz Anwendung von Kondomen innerhalb eines Jahres schwanger, was unter anderem an der falschen Anwendung liegen kann. Im Vergleich dazu weist die Pille einen Pearl-Index von 0,1 bis 0,9 auf – und ist damit eines der sichersten Verhütungsmittel, das heute zur Verfügung steht.

Die Pille – der Verhütungsklassiker

Die Pille ist für viele Frauen eine beliebte Verhütungsmethode. Kein Wunder: Die Antibabypille schützt sicher und ist einfach anzuwenden. Doch bevor Sie zu voreilig die Pille zum Verhütungsmittel Ihrer Wahl benennen, sollten Sie erst einen Termin für ein Beratungsgespräch bei Ihrem Frauenarzt vereinbaren.

Auch weil Pille nicht gleich Pille ist: Es gibt gleich mehrere Arten. Am häufigsten werden heute Mikropillen zur Verhütung verschrieben. Sie wirken mit einer Kombination aus Gestagen und Östrogen. Daneben gibt es Minipillen, die ohne Östrogen auskommen und als Wirkstoff nur ein Gestagen enthalten.

Fünf Anwendungstipps für die Pille: Was tun, wenn …

Nachdem Sie das Rezept für die Pille eingelöst haben, sollten Sie sich die Zeit nehmen und die Packungsbeilage der Pille gut durchlesen. Nicht nur erhalten Sie so Informationen zur Einnahme, sondern auch einen Überblick über spezifische Nebenwirkungen.

  • … Sie die Pille vergessen haben?
    Bei den gängigen Pillen ist es möglich, die Einnahme binnen zwölf Stunden nachzuholen. Der Empfängnisschutz bleibt erhalten. Lesen Sie sich immer die Packungsbeilage gut durch. Sie enthält möglicherweise Tipps, was Sie tun können, falls die Einnahme mehr als 12 Stunden zurückliegt. Besser: Lassen Sie sich einfach und bequem per App von Ihrem Smartphone an die Pilleneinnahme erinnern.
  • … Sie weitere Medikamente nehmen?
    Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie außer der Pille Medikamente einnehmen. Sie könnten den Empfängnisschutz verringern.
  • … Sie in andere Zeitzonen reisen?
    Wenn sich bei Fernreisen eine Zeitverschiebung ergibt, sollten Sie die Pille möglichst weiter im gewohnten 24-Stunden-Takt einnehmen.
  • … Magen-Darm-Probleme auftreten?
    Durchfall und Erbrechen innerhalb von 3-4 Stunden nach der Einnahme können die Wirksamkeit gefährden. Sie sollten erneut eine Pille einnehmen. Bei andauernden Problemen sollten Sie während der Beschwerden sowie 7 Tage im Anschluss zusätzlich eine andere Verhütung, zum Beispiel ein Kondom, anwenden.