PMS: Depression als mögliches Symptom?

Wie Sie aus Ihrem Stimmungstief wieder rauskommen

Werden die Tage vor der Periode zur emotionalen Talfahrt und von massiven Stimmungsschwankungen begleitet, könnte eine depressive Verstimmung im Rahmen des PMS der Grund dafür sein. Was genau dahintersteckt, erfahren Sie hier.

  • Frau liegt auf einem Sofa, schaut in die Luft

PMS: Wenn ein Stimmungstief an den Tagen vor den Tagen aufkommt

Im Leben jeder Frau gibt es immer mal graue Momente, in denen Traurigkeit oder Melancholie auftreten. Meistens gibt es dafür persönliche Gründe wie beispielsweise eine schmerzhafte Trennung. Völlig unvorbereitet hingegen erwischt einen das Stimmungstief, wenn sich PMS bedingt Symptome wie bei einer Depression zeigen – und das oft jeden Monat. Erleben Sie selbst an den Tagen vor Ihrer Periode ein emotionales Chaos? Grund dafür könnte das prämenstruelle Syndrom (PMS) sein.

Jede Frau leidet individuell an verschiedenen Symptomen

PMS bedingte Verstimmungen äußern sich sehr vielfältig: Sie fühlen sich unmotiviert und erschöpft? Werden schnell wütend oder reagieren beim kleinsten Auslöser gereizt oder aggressiv? Oder erleben ein emotionales Tief? Das können Hinweise auf PMS bedingte Stimmungsschwankungen sein.

Wie alle PMS Symptome treten auch PMS bedingte depressive Verstimmungen und Stimmungsschwankungen in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung in Erscheinung. Üblicherweise setzen die Beschwerden etwa 7-10 Tage vor Beginn der Periode ein. Mit Menstruationsbeginn hellt sich die Stimmung dann oft schnell wieder auf. In sehr schweren Fällen klingen die PMS bedingten depressiven Verstimmungen auch erst am zweiten oder dritten Tag nach Beginn der Periodenblutung wieder ab.

Die schwerwiegendere prämenstruelle dysphorische Störung

Manche Frauen leiden so enorm an seelischen Beschwerden, dass sie am alltäglichen Leben kaum mehr teilhaben können. Diese extreme Verlaufsform des prämenstruellen Syndroms hat einen eigenen Namen und wird als sogenannte prämenstruelle dysphorische Störung, auch kurz PMDS (engl.: PMDD), bezeichnet. Symptome wie eine niedergedrückte Stimmung, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit und ein ausgeprägter Mangel an Energie sind dabei typisch für eine PMDS.

Fragen Sie sich, worin die Unterschiede zwischen einer Depression und einer PMS bedingten depressiven Verstimmung bestehen? Da die genannten Symptome auch typische Begleiterscheinungen einer Depression sein können, besteht Verwechslungsgefahr. Eine depressive Verstimmung im Rahmen des PMS ist eng mit dem Zyklus und dem Hormonhaushalt verbunden, tritt daher nur in der zweiten Zyklushälfte auf und geht mit Einsetzen der Periode wieder vorüber. Im Gegensatz dazu tritt eine Depression über einen längeren Zeitraum oder wiederkehrend auf und kann dadurch das Leben eines Menschen maßgeblich beeinträchtigen. Es ist daher ratsam, einen Periodenkalender zu führen, um das Auftreten der Symptome zu dokumentieren. Der Periodenkalender hilft so auch Ihrem Frauenarzt dabei, Beschwerden besser einordnen zu können.

Depressive Verstimmungen durch PMS: Was helfen kann

Glauben Sie, an einer PMS bedingten Depression oder sogar einer PMDS zu leiden? Es wird vermutet, dass der Serotonin-Spiegel im Gehirn bei der Entstehung eine Rolle spielt. Das ist ein Botenstoff, der die Stimmung beeinflusst. Als weiterer möglicher Auslöser wird ein hormonelles Ungleichgewicht diskutiert.
Sollten Sie bei sich ähnliche belastende Symptome feststellen, dann sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen und Ihre Beschwerden mit ihm besprechen. Er kann Sie über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten beraten. Die Anwendung einer hormonellen Therapie, z.B. in Form der Antibabypille oder eine zeitweise Behandlung mit serotoninsteigernden Antidepressiva, kann einen möglichen Behandlungsweg darstellen. Manchmal kann jedoch schon eine Veränderung des Lebensstils helfen.

Wichtig ist, die Anzeichen und Hinweise für eine PMS bedingte Depression und Stimmungsschwankungen zu kennen und zu wissen, dass Sie sich hiermit an ihren Frauenarzt wenden können. Je früher die Symptome untersucht werden, umso besser. Wer zu lange wartet, riskiert eine Verschlimmerung der Beschwerden. Zögern Sie deshalb nicht, sich medizinische und psychotherapeutische Hilfe zu suchen, um möglichst schnell wieder aus dem Stimmungstief rauszukommen.

Depressive Verstimmungen im Rahmen des PMS: Was die Stimmung aufhellen kann

  1. Beugen Sie Stress vor

    Am besten ist es, das Leben so zu gestalten, dass psychische Probleme überhaupt nicht erst aufkommen. Wer ausgeglichener ist, Konflikte im Alltag nicht wegschiebt, sondern verarbeitet und auf verschiedene Weisen Stress abbauen kann, macht sich weniger anfällig für depressive Verstimmungen.

  2. Bewegen macht glücklich

    Bei einer PMS bedingten depressiven Verstimmung spielt vermutlich auch ein zu niedriger Serotoninspiegel eine Rolle – Glückshormone müssen her! Sie können diese auch selbst bei Spaziergängen, Radfahren oder bei allem, was Spaß macht, freisetzen.

  3. Entspannen Sie sich

    Gegen Stress hilft Entspannung – das geht neben Bewegung natürlich auch mit wohltuenden aromatischen Wannenbädern oder Massagen. Lavendel, Rose oder Nachtkerzen zum Beispiel stärken und helfen Ihnen, mit psychischen Beschwerden besser umzugehen.

  4. Ein Kraut gegen Verstimmung

    Heilpflanzen haben auch bei psychischen Beschwerden eine lindernde Wirkung. Bei vielen Frauen hat sich zum Beispiel Johanniskraut bewährt – Man sagt ihm eine lindernde Wirkung bei depressiven Verstimmungen, Ängsten und innerer Unruhe nach.

  5. Hormone können regulieren

    Da ein enger Zusammenhang zwischen PMS und einem hormonellen Ungleichgewicht als sicher gilt, kann die Einnahme von Hormonpräparaten Symptome lindern. Zur Regulierung des Zyklus kann vom Frauenarzt z.B. eine niedrig dosierte Antibabypille verschrieben werden.