Zykluslänge – so individuell wie jede Frau

Ein 28-Tage-Zyklus ist nicht die Norm

Die Zykluslänge ist keine starre Maßeinheit. Jeder Zyklus ist so individuell, wie jede einzelne Frau. Dennoch gibt es einen Rahmen für einen "normalen" Zyklus sowie Mittel und Wege, ihn zu regulieren.

  • Frau hält Tampon in den Händen

Kurz erklärt: Zyklus und Zykluslänge

Als Zykluslänge bezeichnet man den Zeitraum vom ersten Tag der Periode bis zur nächsten Periode. Innerhalb der fruchtbaren Jahre beträgt die Zykluslänge im Durchschnitt 28 Tage. Dabei markiert der erste Tag der Periode immer auch den ersten Tag des neuen Zyklus. Wenn Sie Ihren Zyklus kennen, haben Sie nicht nur Ihre nächste Regelblutung im Blick, sondern können auch im Falle eines Kinderwunsches Ihre fruchtbaren Tage abschätzen.

Aber was passiert eigentlich innerhalb einer Zykluslänge: Während in den Eierstöcken eine Eizelle heranreift, baut die Gebärmutter neue Schleimhaut für eine mögliche Schwangerschaft auf. Nach dem Eisprung, der etwa in der Zyklusmitte einsetzt, kann die Eizelle etwa 12-24 Stunden befruchtet werden. Bedenken Sie jedoch, dass Spermien bis zu fünf Tage in Ihrem Körper überleben können – eine Befruchtung ist somit von 3-5 Tagen vor dem Eisprung bis 6-24 Stunden nach dem Eisprung möglich. Bleibt die Eizelle auf dem Weg durch die Eileiter unbefruchtet, wird sie mit der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen. Ihre Blutung setzt ein und der Zyklus beginnt erneut.

Der Mythos der exakten 28-Tage-Zykluslänge

Weicht Ihr Rhythmus von dem „normalen“ 28-Tage-Zyklus ab? Keine Sorge, das kann völlig normal sein. Bei allen Frauen variiert die Länge des Zyklus und es ist üblich, dass sich diese im Verlauf eines Jahres und Ihres Lebens verändert. Die Zykluslänge kann dabei zwischen 25 und 35 Tagen liegen. Entsprechend schwankt bei jeder Frau auch das Einsetzen des Eisprungs und somit die Zeit, in der sie schwanger werden kann. Wissenschaftler und Gynäkologen des Forschungsprojektes rund um Natürliche Familienplanung, kurz NFP, führen seit 1982 die größte europäische Datenbank zur Zyklusforschung. Ihre Langzeitstudien ergeben, dass die Zykluslänge bei etwa 60% der befragten Frauen innerhalb eines Jahres um eine Woche und mehr schwankt. Liegt Ihr Zyklus demnach zwischen 26-32 Tagen, ist auch dies normal – selbst Schwankungen zwischen 25-35 Tagen dürfen vorkommen.

Zykluslängen unterliegen natürlichen Schwankungen

Der weibliche Zyklus ist kein exakt gleichbleibender Rhythmus. Vielmehr ist es ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen, das Ihren Zyklus steuert – und da Ihr Hormonhaushalt sich in verschiedenen Altersstufen verändert, gehören Schwankungen der Zykluslänge einfach dazu. Hormonspiegel geraten aufgrund der körperlichen Umstellung besonders während der Pubertät und mit Beginn der Wechseljahre aus der Balance.

Abgesehen von diesen Lebensphasen spricht man von einem verlängerten Zyklus, auch Oligomenorrhoe genannt, wenn die Periode erst nach 35 Tagen einsetzt. Ursache kann beispielsweise das Polyzystische Ovar-Syndrom sein. Bei einer Verkürzung, der sogenannten Polymenorrhoe, beträgt die Länge des Zyklus weniger als 25 Tage: Speziell bei Frauen über 35 Jahre ist dies keine Seltenheit.

So berechnen Sie Ihre durchschnittliche Zykluslänge

  • Kalender und Kreuzchen

    Notieren Sie sich z.B. im Periodenkalender jeden Monat den ersten Tag Ihrer Regelblutung. Der erste Tag der Periode ist gleichzeitig auch immer Tag 1 Ihrer folgenden Zyklen.

  • Eine simple Rechenaufgabe

    Nach etwa 6 Zyklen berechnen Sie die Summe der Tage, vom ersten Tag Ihrer Periode bis zum Vortag Ihrer nächsten Periode. Beispiel: 27+30+28+27+31+26 = 169 Tage

  • Zuletzt der Durchschnitt

    Teilen Sie die Gesamtanzahl der Tage durch die Anzahl der Zyklen, um Ihre durchschnittliche Zykluslänge zu ermitteln. Beispiel: 169 Tage / 6 Zyklen = 28,2 Tage

Verhüten und gleichzeitig Ihre Zykluslänge normalisieren – das geht mit der Pille

Leiden Sie unter größeren Zyklusunregelmäßigkeiten, verstärkten Blutungen oder Schmerzen während der Menstruation? Dann sollten Sie dies mit Ihrem Gynäkologen besprechen. Er kann feststellen, ob womöglich eine hormonelle Störung oder eine andere Erkrankung für die Unregelmäßigkeiten verantwortlich ist. Sofern kein Kinderwunsch besteht, kann die Einnahme einer verschreibungspflichtigen hormonhaltigen Pille wieder für Gleichgewicht und Linderung sorgen. Lassen Sie sich hier über Risiken und Nebenwirkungen aufklären.

Mit der Antibabypille stellt sich der Zyklus normalerweise auf eine Länge von 28 Tagen ein. Nach 21 Tagen täglicher Einnahme erfolgt bei Kombinationspräparaten eine 7-tägige Pillenpause. In dieser Einnahmepause wird durch den Abfall des Hormonspiegels die neu gebildete Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und eine sogenannte Entzugsblutung ausgelöst.

In manchen Fällen (z.B. bei verstärkten Schmerzen bei der Menstruation) kann der Frauenarzt Ihnen eine Pilleneinnahme im Langzyklus empfehlen. Sie sollten dies mit dem Frauenarzt absprechen. Für den Langzyklus sind Einphasenpräparate optimal – das sind Pillen bei denen über den gesamten Einnahmezeitraum eine gleichbleibende Hormondosis eingenommen wird. Dabei wird die Pille ohne 7-Tage-Pause über mehrere Wochen oder Monate durchgehend eingenommen. Bei der Langzeiteinnahme sinkt der Hormonspiegel nicht ab – somit setzt auch keine Entzugsblutung ein.