Die Regelblutung und was dabei im Körper passiert

Der weibliche Zyklus im Wechselspiel der Hormone

Die Regelblutung begleitet Frauen viele Jahre ihres Lebens. Doch wissen Sie, wie die Menstruation zustande kommt? Hier erfahren Sie, durch was der Zyklus bestimmt wird und welche Rolle Hormone dabei spielen.

  • Illustration eines Frauenkörpers, Kreises mit einem Tropfen

Regelblutung: Die wichtigsten Fakten für Sie

Alle Frauen im fruchtbaren Alter haben eines gemeinsam: die etwa 3-5 Tage dauernde Regelblutung. Zwischen dem Einsetzen der ersten Regelblutung in der Pubertät, der sogenannten Menarche, und der als Menopause bezeichneten letzten Regelblutung, wiederholt sich der weibliche Zyklus jeden Monat. Dabei fallen bei jeder Frau sowohl Zykluslänge als auch die Regelblutung selbst in Dauer oder Stärke oft unterschiedlich aus.

Sind Sie von unregelmäßigen Regelblutungen, die in Stärke und Dauer schwanken, betroffen? Seien Sie beruhigt: So geht es vielen Frauen. Besonders häufig kommt eine unregelmäßige Regelblutung beispielsweise bei Mädchen in der ersten Zeit nach dem Eintreten der ersten Menstruation vor: Der Körper muss sich erst an die Hormonumstellung gewöhnen. Es kann einige Monate dauern, bis der Zyklus und damit die Regelblutung gleichmäßiger wird. Auch während der Wechseljahre sind Veränderungen der Zyklen möglich: Die Abstände der Regelblutungen werden länger, bis die Regelblutung schließlich ganz ausbleibt. Egal wie alt Sie sind, Zyklusunregelmäßigkeiten und verstärkte Regelblutungen sollten Sie immer mit Ihrem Frauenarzt besprechen.

Wie es zur Regelblutung kommt

Ein regulärer Zyklus dauert in der Regel zwischen 25 und 35 Tagen. Die wenigsten Frauen haben von Natur aus einen exakten 28-Tage-Rhythmus. Doch was passiert genau?

Jeden Monat aufs Neue vollzieht sich ab dem ersten Tag der Regelblutung bis zum Tag vor ihrem erneuten Einsetzen der gleiche Prozess: Während die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut wird, reift eine Eizelle heran, um sich im Falle einer Befruchtung darin einzunisten. Wird das Ei nicht befruchtet, baut sich die Gebärmutterschleimhaut wieder ab und wird mit der nächsten Regelblutung ausgeschieden.

Weibliche Hormone regeln die Regelblutung

Sie meinen, das klingt ganz einfach? Dann betrachten Sie den Zyklus doch mal etwas genauer, und Ihnen wird schnell klar, wie komplex und zugleich faszinierend dieser Vorgang tatsächlich ist. In einem empfindsamen Zusammenspiel steuern Hormone Ihren Zyklus und sorgen für eine wiederkehrende Regelblutung. Da Hormone sich aber leicht durch äußere Einflüsse wie z.B. hohes Stressaufkommen, Überanstrengung oder Diäten beeinflussen lassen, ist es nur verständlich, dass dieses System auch aus der Balance geraten kann.

Zwei Phasen bestimmen den Zyklus

  1. Follikelphase:

    Auch Östrogen-dominante Phase genannt. Die Phase ist zeitlich variabel und gleichzeitig ist sie für die Unterschiede der Zykluslängen verantwortlich. Während dieser Phase wird in der Gebärmutter eine neue Schleimhautschicht aufgebaut. Dieser Prozess wird durch das Östrogen hervorgerufen. Gleichzeitig wächst im Eierstock ein Ovarialfollikel heran. Hier ist die Eizelle enthalten.

    Der erhöhte Östrogenspiegel kurbelt die Produktion des luteinisierenden Hormons LH an, das daran anschließend den Eisprung auslöst. Die reife Eizelle wandert danach in die Eileiter.

  2. Gelbkörperphase/Lutealphase:

    Auch Progesteron-dominante Phase genannt. Diese Phase ist von der Dauer relativ konstant und dauert 12-14 Tage. In dieser Phase des Zyklus wird das Übrige des Follikels in den Gelbkörper umgewandelt, der dann Progesteron bildet. Das Progesteron ist dafür verantwortlich, die Gebärmutterschleimhaut auf die Eizelleinnistung vorzubereiten.

Wie es zur Regelblutung kommt und was genau in Ihrem Körper passiert

  • 1. Der Zyklus beginnt im Gehirn

    Mit dem ersten Tag der Regelblutung, also zum Zyklusbeginn, setzt das Zwischenhirn das sogenannte Gonadotropin-Releasing-Hormon, kurz GnRH, frei. Die dadurch stimulierte Hirnanhangdrüse schüttet daraufhin das luteinisierende Hormon, LH genannt, sowie das als FSH bezeichnete Follikel-stimulierende Hormon aus. Ihr Weg führt über das Blut in die Eierstöcke.

  • 2. Die Eierstöcke übernehmen die Hormonproduktion

    Im Eierstock angelangt, regt das FSH das Wachstum von ca. 20-25 Eibläschen, auch Follikel genannt, an. In den wachsenden Follikeln entsteht das Östrogen. Während in der Regel nur ein Follikel in einem der beiden Eierstöcke besonders groß wird und ausreift, bilden sich die Übrigen zurück und werden vom Körper aufgenommen.

  • 3. Gebärmutter und Eizelle entwickeln sich

    Die nun freigesetzten Östrogene setzen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und das Heranreifen einer Eizelle im Follikel in Gang. Die Vorbereitungen für eine bald mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle beginnen.

  • 4. Der Eisprung – Zeit für die Befruchtung

    Ein LH-Anstieg bewirkt die abschließende Reifung der Eizelle und den anschließenden Eisprung (Ovulation). Die vom Eierstock freigesetzte reife Eizelle wandert durch die Eileiter zur Gebärmutter. Auf diesem Weg kann sie binnen 12-24 Stunden nach dem Eisprung befruchtet werden. Das fruchtbare Zeitfenster kann durch die Lebensdauer der Spermien von ca. 3-5 Tagen länger als 24 Stunden sein. Deshalb geht man im Zyklus von insgesamt rund 6 fruchtbaren Tagen aus: 5 Tage vor bis 24 Stunden nach dem Eisprung.

  • 5. Der Kreis des Menstruationszyklus schließt sich

    Der im Eierstock verbliebene Follikel wird zum Gelbkörper. Er produziert vor allem Progesteron sowie geringe Mengen Östrogen. Zusammen unterdrücken sie als sogenannte negative Rückkopplung die Ausschüttung von GnRH, FSH und LH. Nach 12-14 Tagen bildet der Gelbkörper sich zurück, wenn keine Schwangerschaft eingetreten ist, und der Progesteronspiegel sinkt. Die Gebärmutterschleimhaut löst sich ab und wird mit der folgenden Regelblutung ausgeschieden – der Zyklus beginnt von Neuem.

Hormonbasierte Verhütung setzt am Zusammenspiel der Hormone an

Das Wechselspiel zwischen den Hormonen machen sich die hormonellen Verhütungsmittel wie Pille, Verhütungsring, -stäbchen und Spirale zu Nutze. Je nach Methode wird der Eisprung verhindert, so dass keine Befruchtung stattfinden kann oder es wird der Einnistung einer Eizelle entgegengewirkt. Allerdings greifen hormonelle Verhütungsmittel in den natürlichen Hormonhaushalt ein. Deshalb sollten Sie dazu Ihren Frauenarzt zu Rate ziehen, der Sie auch über Nebenwirkungen aufklären wird.