Periode verkürzen – ein Mythos?

Ergreifen Sie nicht zu voreilig Maßnahmen

Bald steht der Urlaub oder der große Sportwettkampf an und gerade dann soll Ihre Regel kommen? Häufig entsteht der Wunsch, die Periode zu verkürzen. Doch ist das wirklich möglich?

  • Illustration eines Arztgespräches, Grafik mit Punkten in zwei Reihen

Die Periode verkürzen: Wenn die Regel zu lang dauert

Der Wunsch vieler Frauen, ihre Periode zu verkürzen, ist nicht ungewöhnlich. Vor allem, wenn sie während der Regel unter Unterleibskrämpfen und zu starker oder zu langer Blutung leiden, wollen Sie einfach nur, dass die Tage schneller vorbeigehen. Besonders, wenn Sie sich beispielsweise durch eine sieben Tage und länger andauernde Blutung oder durch Schmerzen stark beeinträchtigt fühlen.

Auf natürliche Art Ihre Periode verkürzen?

Einige Ansätze zum Verkürzen der Periode sind weit verbreitet. Doch ist ihre Wirkung nicht wissenschaftlich bestätigt. Ob die Periode durch diese Maßnahmen tatsächlich verkürzt werden kann, ist fraglich.

  • Bewegung
    Auch wenn Ihnen während Ihrer Regel eigentlich nur nach Couch zumute ist – Sport und Bewegung sollen nicht nur Krämpfe lösen, sondern sollen auch das Blut schneller abfließen lassen.
  • Wärme
    Ganz gleich, ob Körnerkissen und Wärmflasche für Zuhause oder ein Wärmepflaster für unterwegs: Auch Wärme wirkt krampflösend und soll zusätzlich ein schnelleres Einsetzen der Blutung ermöglichen.
  • Pflanzenkräfte
    Einen blutungsfördernden Effekt sollen auch Tees aus Johanniskraut, Frauenmantel oder Mönchspfeffer haben. Schafgarbentee hingegen soll blutungsstillend und entkrampfend wirken. Die Wirksamkeit ist jedoch nicht belegt.

Periode verschieben: Ein Eingriff in den Zyklus

Selbst wenn Sie sich mit ihrer Periode gut arrangiert haben, so fällt diese doch häufig auf Tage, an denen Sie auf „die Tage“ gut verzichten würden. Da Ihr Zyklus sich im Schnitt etwa alle 26-32 Tage wiederholt – bestenfalls sogar alle 28 Tage – können Sie die meisten Vorhaben entsprechend planen. So verlockend es scheint, die Periode zu verschieben, sollten Sie nicht unüberlegt in Ihren Zyklus eingreifen.

Dauert die Blutung zu lang? Mit der Pille die Periode verkürzen

Im Durchschnitt sollte Ihre Blutung zwischen 3-5 Tagen dauern. Vielleicht gehören Sie aber auch zu den etwa 20% der Frauen zwischen 30 und 50 Jahren, die laut der Weltgesundheitsorganisation WHO unter einer extrem starken und langen Regelblutung zwischen 7-14 Tagen leiden, der so genannten Menorrhagie. Ursachen dafür können Stress, eine hormonelle Störung oder auch Erkrankungen der Geschlechtsorgane sein. Die genaue Ursache sollte Ihr Frauenarzt klären, insbesondere wenn Ihre Monatsblutung über einen längeren Zeitraum eine überdurchschnittliche Länge hat.

Antibabypille oder Hormonring können bei bestimmten Ursachen einen unregelmäßigen Zyklus wieder in Balance bringen und die Dauer und Stärke der Blutung sowie Regelschmerzen mindern.

Sofern Sie eines der Hormonpräparate bereits verwenden, ist es möglich die Regel zu beeinflussen: Man spricht hier von einer Verkürzung bzw. von einer Verlängerung des Zyklus. Generell sollten Sie sich von Ihrem Frauenarzt über die verschiedenen Möglichkeiten ihres Verhütungsmittels aufklären lassen.

Wichtig: Bedenken Sie, dass jeder aktive Eingriff in Ihren Hormonhaushalt, wozu auch das Verkürzen des Zyklus gehört, Ihren eingespielten Zyklus aus dem Gleichgewicht bringen kann. Verändern Sie Ihre Pilleneinnahme bzw. den Gebrauch Ihres Hormonrings deshalb immer mit Vorsicht und nicht zu voreilig.

Mit der Pille die Periode verschieben

Zuerst zum Frauenarzt

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Länge Ihrer Monatsblutungen. Er wird nach entsprechenden Untersuchungen die Ursachen identifizieren. Nur bei bestimmten Ursachen wird er Ihnen ein Hormonpräparat wie die Antibabypille verschreiben, Sie über Risiken und Nebenwirkungen aufklären und die Möglichkeit besprechen, Ihre Periode zu verkürzen.

Methode 1: Periode nach vorne verschieben

Ziehen Sie die Pillenpause vor. Setzen Sie die Pille bereits nach 14 statt erst nach regulär 21 Tagen ab. Aufgrund des Hormonentzugs setzt Ihre Regel nach etwa 3 Tagen ein. Der Zyklus wird durch die verkürzte Pilleneinnahme verkürzt. Beginnen Sie spätestens nach der 7-tägigen Pillenpause wieder mit der Einnahme aus einer neuen Packung. So können Sie Ihre Periode um eine Woche verschieben. Generell sollten Sie nur maximal 7 Pillen einer Packung auslassen um die Verhütungssicherheit nicht negativ zu beeinflussen.

Methode 2: Periode nach hinten verschieben

Anstatt Ihre Periode vorzuziehen, können Sie diese auch hinauszögern, was im Übrigen die häufiger angewendete Variante ist. Falls Ihre Periode also zu einem sehr ungelegenen Zeitpunkt auftreten sollte, können Sie diese zu einem günstigeren Zeitpunkt verschieben.

Bei diesem Ansatz wird auf die 7-tägige Pillenpause verzichtet und die Pille wird sozusagen „durchgenommen“. Im sogenannten Langzyklus bleibt die Entzugsblutung aufgrund des gleichbleibenden Hormonspiegels aus. Die Blutung ist rein medizinisch gesehen nicht erforderlich. Ein Langzyklus ist nur mit einem sogenannten Einphasenpräparat wie z.B. der Mikropille möglich, da bei diesem Präparat alle Tabletten die gleiche Hormonmenge enthalten. Ein Termin bei Ihrem Arzt kann weitere Fragen klären. Ihr Frauenarzt klärt auch, ob ggf. auch ein Hormonring für den Langzyklus geeignet ist.

Sofern Sie den Tag der nächsten Blutung bestimmen und Ihren Zyklus nur um 2-3 Tage verkürzen wollen, können Sie die Pillenpause um die gewünschte Anzahl an Tagen kürzen. Indem Sie mit der Pilleneinnahme aus dem neuen Pillenstreifen früher beginnen, ziehen Sie die folgende Blutung entsprechend vor. Achtung: Sie dürfen die Pillenpause nur verkürzen – nie verlängern, da sonst kein Verhütungsschutz mehr besteht.

Die Periode verkürzen ist eher ein Mythos. Mit bestimmten hormonellen Verhütungsmitteln, können Sie den Zeitpunkt des Eintritts der Periode verschieben. Die Einnahme der Pille kann zudem die Anzahl der Blutungstage reduzieren.