Gelber Ausfluss: Erster Hinweis für eine Infektion

Jucken, Brennen, Rötungen? Ihr Arzt kann helfen

Normalerweise ist Ausfluss weiß und geruchslos. Bei gelbem Ausfluss steckt meistens eine Infektion dahinter. Deshalb gilt: schnell zum Arzt, denn eine frühzeitige Behandlung kann auch schnell helfen.

  • Illustration eines Frauenkörpers, Kreis mit gelbem Tropfen drin

Gelber Ausfluss – das Immunsystem ist aktiviert

Sofern Sie sich bester Gesundheit erfreuen, ist hin und wieder auftretender Ausfluss nichts Ungewöhnliches. Ist alles in Ordnung, ist der Ausfluss weißlich und geruchslos und Sie bemerken ihn kaum. Haben sich jedoch Erreger in der Scheide eingenistet und eine Infektion ausgelöst, ist die natürliche Schutzfunktion des vaginalen Ausflusses außer Kraft gesetzt. Die Folge: Der Ausfluss verändert sich.

Ein gelber Ausfluss ist meist ein Anzeichen dafür, dass das körpereigene Immunsystem bereits aktiv geworden ist, um den Eindringling an Ort und Stelle zu bekämpfen. Die für die Infektabwehr verantwortlichen und nun vermehrten Leukozyten geben dem eitrig-gelben Ausfluss dabei die Farbe. Oft kommen zudem noch Schmerzen beim Wasserlassen oder Juckreiz hinzu. Hier gilt auf jeden Fall: Vertrauen Sie sich umgehend Ihrem Frauenarzt an.

Gelber Ausfluss kann ein Indiz für eine Infektion sein

Die Reihe der Bakterien oder Parasiten, die das empfindliche Scheidenmilieu stören und zu Infektionen und damit zu gelben Ausfluss führen können, ist vielfältig. Wichtig ist grundsätzlich: Sollten Sie einen gelben Ausfluss mit meist einhergehenden weiteren Auffälligkeiten feststellen, ist die Klärung durch den Arzt und eine Behandlung unbedingt notwendig.
Der häufigste Grund für Infektionen in der Scheide mit gelbem Ausfluss sind durch ungeschützten Verkehr übertragene Geschlechtskrankheiten. Dazu gehören beispielsweise Infektionen wie Tripper, auch Gonorrhoe genannt, oder Trichomoniasis durch Trichomonaden ausgelöst. Trichomonaden können den Ausfluss grün-gelblich färben, während Gonorrhoe einen eher gelblichen Ausfluss auslöst.

Werden diese Erkrankungen frühzeitig durch den Arzt erkannt, bringt eine gezielte Behandlung rasche Heilung. In der Regel erfolgt eine Therapie mit einem Antibiotikum, das entweder mittels Scheidenzäpfchen und -creme oder Tabletten eingenommen wird, sowie Milchsäurepräparaten, die das gestörte Scheidenmilieu im Nachhinein wieder ins Gleichgewicht bringen.

Einige Ursachen für Scheideninfektionen und gelben Ausfluss

  1. Scheideninfektionen durch Trichomonaden oder Tripper

    Sowohl die Erreger der Trichomonaden-Infektion sowie das Bakterium, das den auch als Gonorrhoe bezeichneten Tripper verursacht, werden meistens bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen. Die Symptome: Der Tripper kann symptomarm verlaufen. Oft äußert er sich jedoch durch grünlich-gelben Ausfluss. Trichomonaden führen zu Juckreiz und der unangenehm riechende Ausfluss wird oft grünlich-schaumig. In beiden Fällen können Frauen ein Brennen beim Wasserlassen verspüren. Die Erreger beider Krankheiten können über die Scheide aufsteigen, in den Gebärmutterhals gelangen und auch hier eine Infektion hervorrufen. Daher gilt: schnell vom Arzt klären und behandeln lassen.

  2. Entzündungen am Gebärmutterhals

    Auch Bakterien wie Chlamydien können zu Entzündungen am Gebärmutterhals führen. Viele Frauen bemerken die Infektion nicht. Machen sich Chlamydien jedoch bemerkbar, dann zeichnen sich diese durch gelb-klebrigen Ausfluss sowie Kontaktblutungen ab. Grund dafür ist, dass sie zuerst die Scheidenschleimhäute und die Harnröhre angreifen. Im Verlauf können sie eine Entzündung der Eileiter verursachen, was im schlimmsten Fall zu Unfruchtbarkeit oder bei Schwangeren zu einer Fehlgeburt führen kann. Auch hier gilt: Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt – wird die Infektion erkannt, kann ein Antibiotikum rasch für Heilung sorgen.

Bei gelbem Ausfluss gleich zum Frauenarzt

Auffällige Veränderungen wie Jucken, Brennen und Rötungen in der Intimzone sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen – besonders nicht, wenn Ihr Ausfluss eine gelbliche, grünliche oder bräunliche Farbe annimmt.

Lassen Sie Ihren gelben Ausfluss frühzeitig vom Frauenarzt untersuchen. Eine gezielte Behandlung mit einem Antibiotikum kann helfen. Anschließend kann auch eine Milchsäurekur zur Stabilisierung des gestörten Scheidenmilieus über 7 Tage hinweg angewendet werden. Schon bald können Sie ihr Leben wieder ohne Beschwerden genießen.