Brauner Ausfluss – was steckt dahinter?

Warum Sie bei braunem Ausfluss zum Arzt gehen sollten

Brauner Ausfluss kann viele Ursachen haben. Ein Grund können harmlose hormonelle Schwankungen sein. Manchmal ist er aber auch ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung.

  • Illustration eines Frauenkörpers, Kreis mit braunem Tropfen

Brauner Ausfluss kann ein Warnsignal sein

Häufig sondert die Scheide zu unterschiedlichen Zeiten und Rhythmen ein milchig-weißes oder auch durchsichtiges Sekret ab – den Ausfluss. Manchmal bleibt der Ausfluss auch völlig unbemerkt.

Bestimmte Veränderungen sind dabei ganz normal. So ist der Ausfluss zyklusabhängig mal stärker und mal schwächer, auch von Frau zu Frau können Menge und Konsistenz variieren. Verwandelt er sich in braunen Ausfluss, ist das noch nicht unbedingt ein Grund zur Sorge. Um sicher zu sein, dass keine ernsthafte Erkrankung dahintersteckt, sollten Sie jedoch auf jeden Fall mit Ihrem Frauenarzt die Ursache abklären.

Brauner Ausfluss oder Zwischenblutung?

Gehören Sie auch zu den Frauen, die schon einmal Zwischenblutungen hatten? Höchstwahrscheinlich! Denn fast alle Frauen sind davon im Laufe ihres Lebens betroffen. Viele sind davon stark verunsichert, weil keine direkte Ursache zu erkennen ist. Einmalig auftretender brauner Ausfluss ist aber noch kein Grund, sich Sorgen zu machen. Häufig tritt er im Zusammenhang mit hormonellen Umstellungen auf, beispielsweise bei der Einnahme der Pille. Auch zur Zeit des Eisprungs finden manche Frauen einen rötlich-braunen Fleck in der Unterwäsche.

Es kann schwierig sein, zwischen einer Zwischenblutung und braunem Ausfluss zu unterscheiden. Treten Ausfluss oder Zwischenblutung jedoch unregelmäßig auf, sollten Sie Ihren Arzt um Rat fragen. Eventuell kann dies ein Hinweis auf eine Erkrankung sein, die behandelt werden sollte.

Die Ursachen für brauen Ausfluss sind vielfältig

Es gibt Fälle, da ist brauner Ausfluss sogar Grund zur Freude – er kann nämlich auch Anzeichen für eine Schwangerschaft sein! Meist tritt die bräunliche Verfärbung in den ersten Schwangerschaftswochen auf. Auslöser sind die großen hormonellen Umwälzungen, die dann im Körper der Frau stattfinden. Auch bei einer Schwangerschaft sollte ein Arzt die genaue Ursache für den braunen Ausfluss abklären. Er kann in der Frühschwangerschaft nämlich auch ein Anzeichen für eine Infektion sein.

Auch gutartige Wucherungen wie Myome, die sich in der Muskelschicht der Gebärmutter bilden, Polypen in der Gebärmutterschleimhaut oder auch gutartige Veränderungen am Muttermund, medizinisch als Portio Ektopie bezeichnet, gehen häufig mit braunem Ausfluss oder unregelmäßigen Blutungen einher. Diese an sich harmlosen Veränderungen können auf die Dauer zu unangenehmen Blutungen oder sogar Schmerzen führen und sollten vom Arzt beobachtet werden.

Zuerst ernsthafte Erkrankungen ausschließen lassen

Brauner Ausfluss deutet nicht immer auf eine ernsthafte Erkrankung hin. Im Einzelfall ist die individuelle Diagnose Ihres Frauenarztes entscheidend. Bei manchen Gewebeveränderungen an der Gebärmutter kann es sich nämlich, je nach Ausprägung, auch um Krebsvorstufen handeln. Und die sollten dann sehr schnell behandelt werden.

Im Zusammenhang mit einer Infektion durch sogenannte Humane Papillomviren, abgekürzt HPV, kann brauner Ausfluss häufig vorkommen. Diese stehen im Verdacht Gebärmutterhalskrebs auszulösen. Auch für Gebärmutterkrebs kann der braune Ausfluss ein erstes Anzeichen sein.

Besonders Frauen nach den Wechseljahren sollten braunen Ausfluss als mögliches Anzeichen für eine behandlungsbedürftige Erkrankung ernst nehmen. In diesen Fällen ist es natürlich besonders wichtig, frühzeitig zum Arzt zu gehen. Denn je früher eine Diagnose gestellt wird, desto erfolgreicher ist auch die Behandlung.

Was macht der Frauenarzt?

  1. Gynäkologische Untersuchung zeigt Veränderungen

    Um die Ursache für braunen Ausfluss zu klären, wird der Frauenarzt Sie abtasten und eine Ultraschalluntersuchung machen. Krankhafte Veränderungen wie z.B. Myome werden hier sichtbar.

  2. Bluttest zeigt Schwangerschaft an

    Ob vielleicht einfach nur eine frühe Schwangerschaft vorliegt, zeigt ein Bluttest. Schon neun Tage nach dem Eisprung wissen Sie sicher, ob eine Befruchtung stattgefunden hat.

  3. Anzuraten: Die jährliche Krebsfrüherkennung

    Ein einfacher Zellabstrich, der sogenannte Pap-Test, zeigt Zellveränderungen am Gebärmutterhals. Junge Frauen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, können sich zudem gegen HPV impfen lassen.